05-03-08

Met een politiek gedicht de nacht in

Ludwig Fahrenkog
Fotobron: nibelungenlied-gesellschaft

Werk van Ludwig Fahrenkog uit 1918, getitelt: "Die heilige Stunde", dromen bij de Novemberrevolutie
Gedicht

Nationalisme in de dichtkunst

In het blad Burgund verscheen in 1942 een gedicht, dat de houding tegenover de Weimarrepubliek en het nationaal-socialisme daarna goed weergeeft. Hermann Burte schreef volgend gedicht. De tekst ervan werd ingeleid door deze woorden:

"Siegfried und Hagen sind die beiden Leitfiguren für den politischen Mythos der Nibelungen im 19. und 20. Jahrhundert. Siegfried trägt messianische Züge, sei er utopisch gedacht wie bei Friedrich Engels 1840 (Telegraph für Deutschland Nr. 197), als jugendlicher Freiheitsheld der noch jungen bürgerlichen Revolution von 1848/49, oder als traumerfüllt im Siegerstolz von 1870/71 bei Richard Wagners Siege-Fried (1871), bzw. kritisch hinterfragt vom Alt-Achtundvierziger Georg Herwegh mit Blick auf Bismarck als Siegfried und die Siegestrunkenheit der wilhelminischen Gesellschaft (1872). Hagen steht für die Ernüchterung, einmal in der Dolchstoßlegende, die 1919 von Paul von Hindenburg inszeniert wurde – „Wir waren am Ende! Wie Siegfried unter dem hinterlistigen Speer des grimmigen Hagen, so stürzte unsere ermattete Front; vergebens hatte sie versucht, aus dem versiegenden Quell der heimatlichen Kraft neues Leben zu trinken.“ (Paul von Hindenburg, Aus meinem Leben, 1920, S. 403) – und zum anderen durch den nekrophilen männerbündischen Treuemythos, der sich bereits 1849 bei konservativ-monarchischen Kreisen andeutet, 1916 von Ludendorff in einer Verbindung von Roland- und Siegfriedmythos vorbereitet und 1943 in Görings Stalingradrede zu Ende gedacht wird. Bereits 1941/42 zeigt sich in einem Gedicht des Lörracher Autors Hermann Burte (1879-1960) die Hinwendung der NS-Gesellschaft zum Hagenmythos: "

Wenn ahnungslose Menschen fragen:
Warum habt Ihr den Mann erschlagen?
So werden wir Burgunden sagen:
Er war uns weder leid noch lieb,
allein er war ein großer Dieb.
Er stahl den Riesen ihren Hort,
er nahm des Zwergen Mütze fort,
er brach dem König Eid und Wort,
war in der Hornhaut unverwundbar,
geheimer Vogelsprache kundbar,
im hellen Sonnenlicht unsichtbar,
mit Wehr und Waffenkraft unrichtbar –

Sagt selbst, ob einen solchen Mann
Ein Menschenvolk ertragen kann:
Den Überstarken, Überreichen,
den halben Gott als Seinesgleichen?

Und also wurde er erschlagen!
Fragt, was Ihr wollt! – Wir stehn zu Hagen!

Tekstbron: nibelungen-gesellschaft.de

22:11 Gepost door Sebastian in Algemeen | Permalink | Commentaren (0) | Tags: gedicht, dichtkunst |  Facebook |

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